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6 Neugier - Toleranz - Angstfreiheit durch „Aspekte des Fremden"

Eine Idee interkultureller Musikerziehung ist es, daß Kinder und Jugendliche zu Neugierigsein, zu Toleranz und zu Angstlosigkeit gegenüber Fremdem erzogen werden müssen. Denn die Empirie hat festgestellt, daß Kinder und Jugendliche bezüglich jener Musik, die ihnen besonders unbekannt und fremd ist, oft sehr intolerant sind. Diese ästhetische Intoleranz wird leicht auf die Menschen übertragen. Hier zu diskutieren ist die Idee, daß nicht nur an „klassischen" interkulturellen Themen (wie außereuropäische Musik etc.) „Aspekte des Fremden" erfahren werden können, sondern auch an „fremder" abendländischer oder Popmusik. Ja, die abendländische Musik ist vielleicht sogar geeigneter, weil sie den LehrerInnen besser greifbar ist. KritikerInnen sagen zu dieser Idee: hier versuchen EurozentristInnen „ihre" Musik zu retten, und der Transfereffekt ist unbewiesen.Es gibt zwei Richtungen: einmal wird internationale Kunstmusik thematisiert, die außereuropäischen Ursprungs ist; zum andern wird historisch weiter zurückliegende abendländische Musik thematisiert.Beispiele: Roscher/Kienhorst 1976 und Krakauer 1993 (polyästhetische Erziehung),Weyer 1973 (Avantgarde), Taubald 1978 (Ravel, Debussy), Schneider in M+B 1990 (Yun), Rüdiger in M+U 1993 (Aharonián), Landreh 2000 (Berio) diverse Themen in M+B 1990 („Viderunt omnes", Renaissance, Oswald von Wolkenstein), Peter Becker in M+B 1990.Fragestellungen:
  • Wie explizit verstehen sich die vorgetragenen Konzete als „interkulturelle Musikerziehung"?
  • Wie stark heben die Konzepte auf die „Transfer-Kategorien" Toleranz, Neugier, Angstfreiheit etc. ab und wie gehen sie gegebenenfalls auf das Transfer-Problem ein? Oder bleibt es bei „Sonntagsreden"?
  • Kann das vorgelegte Material gegebenenfalls zu Material für „interkulturelle" Musikerziehung weiterentwickelt werden