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3 Lieder und Tänze aus aller Welt

Im Zentrum der interkulturellen Musikerziehung steht seit jeher der Unterrichtsinhalt „Lieder und Tänze aus aller Welt". Dieser Inhalt hat zwei didaktische Dimensionen:

  • Zum einen kann er eingesetzt werden, um die ausländischen Kinder in einer Klasse zu integrieren bzw. eine „Begegnung" der deutschen mit den ausländischen (Kinder-) Kulturen zu fördern.
  • Zum andern kann er eingesetzt werden, um - ganz allgemein - interkulturell („völkerverständigend", „erfahrungserweiternd" etc.) zu arbeiten, auch in „homogenen" deutschen Klassen.
Das erste Ziel ist mit großer Wahrscheinlichkeit zu erreichen. Das Ziel selbst kann allerdings kritisiert werden („Folklorismus"-Vorwurf, der für deutsche wie ausländische Volks- und Kinderlieder gilt, Vorwurf, daß die deutschen LehrerInnen und Kinder die Lieder im Grunde nicht „verstehen"). Das zweite Ziel bleibt möglicherweise bei einer „Sonntagsrede". Kann evaluiert werden, wie, wann, ob es erreicht wird? Eine Kernfrage ist, ob man neben dem gemeinsamen Singen und Spielen auch die „Kultur" vermittelt, die solche Lieder darstellen? Liederbücher enthalten oft Information über die Herkunft und Aufführungspraxis der Lieder. Sie sind z.T. mehrsprachig angelegt. Die Lieder sind manchmal nach pädagogischen Themenkreisen geordnet. usf. Auch in allen Musik(schul)büchern gibt es entsprechende Lied-Kapitel (Lieder aus aller Welt...). Besonders gut ausgearbeitete Liederbücher mit interkulturellem Programm: Der Fuchs geht um auch anderswo; Rüzgargülü. windrose; Die Welt dreht sich.Unterrichtseinheiten, die "interkulturell" auf Liedern aufbauen, es aber nicht beim Liedersingen bewenden lassen, finden sich in den Materialien des ADM zu "Reggae" und "Chile" sowie im Aufsatz "Es regnet überall anders" (Grundschule Musik 1/2001) von Lozano/Stroh 2001.In diesen Zusammenhang gehören auch die Sammlungen von Tänzen "aus aller Welt", oft mit Playback-CD versehen: Helga George: 15 lateinamerikanische Tänze. Michael Hepp: "Tänze im Kreis" (aus aller Welt), 2 Bände mit CD.Zu den Liederbüchern:
  • Welches „interkulturelle Programm" und welcher Verwendungszusammenhang ist mit dem Buch intendiert?
  • Welche methodischen Konzeptionen liegen dem Buch zugrunde?
  • Wie erfolgversprechend ist die durch das Buch zu initiierende Praxis?
  • Wodurch unterscheiden sich Liederbücher mit und ohne explizite interkulturelle Programmatik?
  • Können die Liederbücher für einen zeitgemäßen interkulturellen Musikunterricht ergänzt, methodisch weiterentwickelt bzw. in einem solchen Unterricht erfolgreich eingesetzt werden, auch wenn dieser Einsatz über die ursprüngliche Konzeption hinausgeht?